Ursus & Nadeschkin

Tagebuch

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12.12.2005

Arosa, Humorfestival mit schrägem Zelt

Arosa, Humorfestival mit schrägem Zelt

Bereits zum zehnten Mal bestreiten U&N ihren Jahresabschluss in Arosa. Das Festival zeigt sich von seiner besten Seite, das Wetter ist wunderbar, der Schnee liegt auch ohne Schneekanonen und das neue Zelt passt sich in die Bergwelt ein, als wäre es nie woanders gestanden.
Dass es zurzeit noch etwas schief steht, stört scheinbar niemandem. Solange es fest verankert ist, besteht auch nicht die Gefahr dass es ins Tal rutscht.

U&N waren Teil der Eröffnungsvorstellung vom letzten Freitag, moderierten heute Montag die Querschau-Schau und führen am Mittwoch und Donnerstag durch die drei TV-Sendungen, die dann im Januar ausgestrahlt werden.

Viel zu tun... aber es gibt definitiv schlimmere Orte, um zu arbeiten!

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Der Landbote; 12.12.2005, Seite 21

HEIM-LUSTSPIELE MIT SKISTÖCKEN

Winterthur war über das Wochenende garantiert humorlos. Denn das Casinotheater ging nach Arosa – zur Eröffnung des 14. Humorfestivals.

AROSA – Ein Mann fällt im Zelt vom Stuhl, die Umstehenden grinsen, ganz ein Fall für die Versicherung. Denn: «Wir sehen Sie gerne lachen», sagt die «Winterthur», seit Jahren der Hauptsponsor des «Arosa Humor-Festivals». So sind wir, hihi, eine halbe Stunde vor der Eröffnung der 14. Auflage irgendwie schon alle halb Winterthurer. Es wird aber noch besser, am Freitag im grossen, neuen Zelt bei der Tschuggenhütte, 1991 Meter über Meer. Auf den Pisten ist es minus fünf Grad, aber drinnen ist Schnee vom Besten (und einmal nicht aus der Kanone) angesagt, dies mit dem Auftritt der Best-of-Mannschaft des Casinotheaters. Ganz Winterthur ist auch auf der Bühne da.

Auftritt Vera Kaa, sie singt der Wärme den Blues. Dann Patrick Frey in der Rolle des Kurt (Paint It) Schwarz aus «Lüthy & Blanc». Ein Ungeliebter erklärt sich selber in der Fremde. Kein Wunder ist die Hölle sein TV-Daheim. Kalt ist der Blick auf Schwarz' geheime Welt, Sadomaso-Vorspiel mit Skistöcken inbegriffen. Wenn Herzen aber erwärmt werden sollen, müssen die Hosen brennen. Das ist das Rezept der Maschinenmensch-Gruppe Starbugs: Sie tanzen den Winterthurer auf die Bühne, und alle Lampen gehen an.

Der Abend wird moderiert von Röbi Koller, Casino-Direktor Paul Burkhalter lässt sich einmal als Publikum feiern, und besinnlich ist einiges an diesem Winterthurer-Mix-Adventskalender. Das Törchen in die Zukunft des Gesundheitswesens öffnet der Kabarettist Lorenz Kaiser mit homöopathischen Sticheleien gegen die erweiterte SVP-Nationalratsfraktion: zum Thema Vogelgrippe, Schneckenschluckauf und Maulkorbzwang für Christoph Mörgeli. Hochverdünnt quetscht dann Viktor Giacobbo – auch er ist ein Winterthurer – in der Rolle des Provinz-Zuhälters Boppeler den Humor in Richtung Bauch und tiefer. Die Laune des Menschen bestimmt eben die Mischung der Säfte.

DIE LEBENSVERSICHERUNG FÜR JEDES FESTIVAL

«Wenn Sie in drei Tagen noch lachen, ist das wegen jetzt»: Ursus und Nadeschkin sind eine Lebensversicherung für jedes Festival. Denn was die zwei zeigen, ist nicht – wie bei anderen Komikern – durch die Fallhöhe zur Wirklichkeit definiert. Sie halten ihr Niveau in jeder Umgebung mit einem Spiel, das auch doppelbödig sein kann – gerade in der Verfremdung des eigenen Auftritts. Stolpernd und synchron stammelnd haben sie ihre ganz eigene Sprache gefunden. Applaus!

Nach Winterthur geht der Weg in Arosa nur noch den Berg herab: durch eine Nacht, die von Sternen kalt erleuchtet ist. Im Kursaal leuchten dann später noch einmal die Lämpchen auf – unter anderem auch mit dem Auftritt der liebenswert singenden Damen und dem Herr von String of Pearls aus München.

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