Ursus & Nadeschkin

Tagebuch

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28.11.2006

© Berner Zeitung / 2. Weltrekord in Bern

© Berner Zeitung / 2. Weltrekord in Bern

Wir gratulieren unserem 2. Berner Weltrekord-Publikum!


...und das meint die Presse:
©BERNER ZEITUNG; 27.11.2006

EIN KREATIVER «WELTREKORD»

Ursus und Nadeschkin kommen mit «Weltrekord» nach Bern.
Die Vorstellungen in Thun waren ausverkauft.

Weltrekord! 750 Menschen balancieren eine Mineralwasserflasche auf dem Kopf, wackeln mit den Fingern an den ausgestreckten Armen und sprechen gemeinsam im Chor einen zwölf Sekunden langen Satz. Das ist der neue Weltrekord in der Disziplin «Synchronsprechen». Das Duo Ursus und Nadeschkin stellt ihn auf – mit Hilfe des Publikums im Schadausaal in Thun.

Wasserflaschen
Meistens ist Theater unter Mitwirkung des Publikums eine peinliche Angelegenheit. Doch U&N schaffen die Ausnahme: Es ist unglaublich lustig. Allein das Weiterreichen der PET-Flaschen von der Bühne bis in die hinterste Reihe ist ein Bild für Götter. (Sitzen Sie möglichst weit hinten, dann haben Sie die Wasserflaschenwelle im Blick.) Am Anfang des Abends verkünden Ursus und Nadeschkin, dass sie heute alles anders machen als gestern. Was dann im zweistündigen Programm mit dem Titel «Weltrekord» folgt, ist eine gute Mischung aus Neu und Bekannt. Der Erfolg des Abends basiert weiterhin auf Wortwitz und Körpertheater. Das Duo betreibt Sprachakrobatik ohne Sendungsbewusstsein, die sezierten Sätze bedeuten nichts. Das Resultat ist virtuos. Und unpolitisch. Es handelt sich also nicht um Kabarett. Aber auch der Begriff Comedy trifft nicht zu. Dafür sind die Wortspielereien viel zu intelligent.

Flussschifffahrt
Ursus und Nadeschkin sind einmalig. Anders als die übrige eidgenössische Unterhaltung der letzten fünfzig Jahre widerstehen sie dem kleinbürgerlichen Drang, die Komik in Alltagssituationen zu suchen. Sie spielen keine HD-Soldaten, keine Installateurlehrlinge und keine Putzfrauen. Die Welt von U&N ist von Anfang an absurd. Ihre Kunst ist der Bogenschlag von Dada zum Zirkusclown.

Höherer Unsinn
Die Gämse gehört zu den Leidtragenden der Flussschifffahrt. Der Satz – korrekt nach neuer deutscher Rechtschreibung – offenbart auch beim zweiten Lesen keinen Sinn. Aber er sorgt schon beim ersten Hören auf der Bühne für Heiterkeit. Er ist ein Paradebeispiel für den höheren Unsinn, den Ursus und Nadeschkin auf der Bühne treiben. Heute und morgen gastieren sie im Theater National.

(Text: Frank Gerber)

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