Tagebuch
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05.05.2002
Sonntag

Ein ganz normaler Sonntag im Zirkus.
Eine halbe Stunde vor Beginn der Matinee (eine Matinee ist hier nachmittags um halb drei) sitzen Turi, der Reklamechef, dessen futuristisches Werbe-Dia-Mobil bis kurz vor Vorstellung in der Manege zu sehen ist, und Tino Aeby, der Kapellmeister, für den Nachmittagsvorstellungen generell viel zu früh sind, schliesslich ist er ja Musiker, hinter dem Zelt beim Artisteneingang. Tino Aeby ist darum nicht nur Kapellmeister, sondern auch unsere persönliche Uhr: Wenn er zuerst an der Bar am Haupteingang sitzt, heisst das, «noch ist viel Zeit». Sobald er aber diesen Platz mit jenem am Backstageeingang tauscht, heisst das für uns «Schminken und Umziehen, sofort!»
…und wenn er während der Pause wiederum dort auf dem Trockenen sitzt, dann heisst das für uns «Zeit zum gemeinsamen Kaffeetrinken»
Übrigens:Tino trägt die Sonnenbrille bei jedem Wetter, trotzdem oder gerade deswegen war heute kurz die Sonne zu sehen – das lässt hoffen, denn unsere Wohnwagen drohten in den letzten Regentagen wegzuschwimmen.

