Ursus & Nadeschkin

Tagebuch

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12.03.2008

Umjubelte Première

Umjubelte Première

Das Sitzen und Warten hat sich gelohnt:
1200 Menschen durften gestern Abend an der Première im Theater Basel über Beethoven staunen, bis ihnen Hören und Sehen verging!

© Blick; 12.03.2008

«Beethoven ist cool»

Die Idee zum neuen Programm «Im Orchester graben» von Ursus & Nadeschkin stammt von Graziella Contratto, Dirigentin des Sinfonieorchesters Camerata. Sie findet: Humor und klassische Musik passen wunderbar zusammen.

BLICK Frau Contratto, Sie veräppeln Beethovens Fünfte, und das als Dirigentin!

Graziella Contratto «Falsch! Das Programm ist keine Veräppelung, sondern eine ‹lustvolle Kollision›, wie Regisseur Tom Ryser sagt. Klar, wenn Ursus & Nadeschkin auf der Bühne sind, wirds lustig, aber auf subtile, intelligente Weise. Das Niveau muss stimmen, das sind wir Beethoven schon schuldig.»

Am Anfang sind Sie ganz die strenge Dirigentin.

«Ja, aber ich taue auf. Mit mir passiert, was mit der klassischen Musik allgemein passieren sollte: Raus aus dem Elfenbeinturm! Zeigen, dass klassische Musik ein breites Spektrum hat, das viele Leute anspricht. Das wäre bestimmt auch in Beethovens Sinn.»

Sie wollen Gräben schliessen?

Das ist indirekt sicher ein wichtiger Anspruch, vor allem von uns Musikern. Sonst hätten wir uns nicht mit Ursus & Nadeschkin zusammengetan. Mit ihnen gibt es kreative Brüche, die allen neue Sichtweisen eröffnen.

Warum gibt es diesen Graben? Warum schrecken viele Junge vor Klassik zurück?

«Ein Grund ist sicher, dass vielen die Codes abhandengekommen sind, um zu verstehen und zu schätzen, was ausser dem Sound in der klassischen Musik schlummert. Früher war klassische Musik Teil des gesellschaftlichen Lebens, der bürgerlichen Allgemeinbildung, es gab nichts anderes. Man lernte Instrumente spielen, machte Hausmusik und ging ins Konzert. Heute gibt es Casting-Shows. Nichts gegen die Massenkultur, aber wer auch Beethoven kennt, ist besser aufs Leben vorbereitet als jemand, der zum Beispiel nur Techno hört. Vielleicht schaffen wir es ja mit diesem Programm, dass Beethoven wieder cool wird.»

Interview Ildiko Hunyadi


Fo

(Foto: Bernhard Fuchs)

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