Ursus & Nadeschkin

Tagebuch

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06.06.2008

Das Dynamo feiert 20 Jahre!

Das Dynamo feiert 20 Jahre!

© Zürichsee-Zeitung © Aargauer Zeitung

20 Jahre «Dynamo» Jährlich besuchen über 200 000 Personen das Jugendkulturhaus

Vom Sorgenkind zum Erfolgsstück
Zwei offene Drogenszenen in unmittelbarer Nähe hat das Jugendkulturhaus Dynamo in Zürich überlebt. Mittler- weile ist es etabliert. Einige Jugendliche reisen sogar von weit her an.
Roman Hodel

Irgendetwas tönt immer im Jugendkulturhaus Dynamo mitten in Zürich an der Limmat: Im Kellergewölbe dröhnt gerade Punk aus den Boxen, im Treppenhaus sind Musikinstrumente zu hören und aus dem grossen Saal klatscht es - eine Oberstufenschulklasse führt ein Theaterstück auf. «Das ist typisch ‘Dynamo’», sagt dessen Leiter Daniel Hilfiker gestern Nachmittag auf einem Medienrundgang. 20 Jahre hat das Jugendkulturhaus auf dem Buckel. Der Start war harzig: Zwei offene Drogenszenen in unmittelbarer Nähe setzten dem Betrieb zu, die jährliche Besucherzahl lag bei bloss 70 000. Heute ist das «Dynamo» etabliert und die Anzahl Besucher auf über 200 000 hochgeschnellt. 40 Prozent davon wohnen ausserhalb der Stadt.

Zum Jubiläum wird bis am Samstag gefeiert - mit einem Open-Air-Festival vor dem Haus. Dort gibt die Breakdance-Gruppe Ghost Rockz eben eine Kostprobe ihres Könnens. Die Jungs reisen im September an die Weltmeisterschaft in Korea. «Breakdancer kommen aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem Ausland ins ‘Dynamo’», sagt Ghost-Rockz-Mitglied Vincenzo (20), der selber in Schönenwerd SO wohnt. Einer der Gründe: «Hier müssen wir nichts für die Räume bezahlen.»

Letzteres war auch für Nadia Sieger (40), die weibliche Hälfte des Comedy-Duos Ursus und Nadeschkin, ein guter Grund, vor 20 Jahren das «Dynamo» als Probelokal auszuwählen: «Wir hatten doch kein Geld damals.» Wobei Sieger nicht nur von den Proberäumen profitierte: «Wir haben in der Metallwerkstatt Transportwägeli zusammengeschweisst, im Fotolabor Aufnahmen entwickelt und natürlich Electro-Boogie getanzt.» Dies beherrscht Sieger auch heute noch: Als die Jungs von Ghost Rockz breaken, hüpft die langjährige «Dynamo»-Gängerin spontan dazwischen und zeigt, wie man sich in den 1980er Jahren zu den Beats bewegt hat.

«So, wie das Leben ist»
Von «bewegten 20 Jahren» spricht Sozialvorsteherin Monika Stocker in ihrer Ansprache: «Es gab viele Krisen, gerade wegen der Drogenszene, doch heute beneiden uns viele Städte ums ‘Dynamo’.» Die Jugendlichen hätten eine Autonomie betreffend Angebot und Programm, aber mit Begleitung. «Gestaltend, begrenzend, so wie das Leben ist.»

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