Ursus & Nadeschkin

Tagebuch

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12.08.2008

COMEDY ARTS XXL

COMEDY ARTS XXL

COMEDY ARTS XXL
Zum Abschluss des Festivals kommt das "Sahnehäubchen":
Ursus & Nadeschkin. Wir stellen sie vor.

Der Kontrast macht es: quirlige Nadeschkin, ruhiger Ursus. Das schweizer Comedy-Duo ist der Top-Act am Sonntag.

MOERS. Über kaum einen Act des diesjährigen ComedyArts Festivals kann man so viel nachlesen wie über das Schweizer Duo Ursus und Nadeschkin - vor allem nicht so viel scheinbar Widersprüchliches. Das schräge Paar ziert nicht nur das diesjährige Plakat des Festivals, mit ihrem Auftritt am Sonntagabend bestreiten sie auch quasi das Finale des dreitägigen Humor-Marathons in der Grafenstadt. Beste Argumente also, um sie in unserer Reihe "ComedyArts XXL" vorzustellen.

Vielseitig wie kaum jemand
Mal sind sie Schweizer Komik-Stars, mal Zirkus-Clowns, mal werden sie als "German Marx Brothers" betitelt, mal als Straßenkünstler. In der Laudatio zum Deutschen Kleinkunstpreis lobte man sie als "Wortakrobaten" - dabei spielen sie Teile ihres Programms gänzlich wortlos. Sie - Nadeschkin - ist quirlig, schrill, nonkonform. Er - Ursus - ist ruhig, auch optisch eher angepasst, ordnungsliebend. Ihre Programme leben vom Widerspruch, von den unterschiedlichen Charakteren der beiden und von ihrer Interaktion. So widersprüchlich dies alles klingt, so gut fügt es sich auf der Bühne zusammen. Denn als Duo sind Nadia Sieger aus Zürich und Urs Wehrli aus Aargau unschlagbar komisch. Und das mit höchster Professionalität und fundiertem Können. Nur in eine Schublade lassen sie sich eben nicht stecken. Begonnen hatte alles im Jahr 1987 mit einem schlechten Zirkus-Kurs: Ursus und Nadia lernen sich kennen, desertieren gemeinsam und beginnen, Straßentheater zu spielen. Eine Initialzündung für die gemeinsame Bühnenkarriere.

Denn heute zählen Ursus und Nadeschkin zu den Aushängeschildern der Schweizer Theater- und Comedy-Szene - und darüber hinaus. Auf zahlreichen Festivals im In- und Ausland vertreten sie den Schweizer Humor. Auch ihre Auftritte im deutschen Fernsehen belegen ihre Vielseitigkeit: Unter anderem waren sie bei Harald Schmidt, in Ottis Schlachthof, im Quatsch Comedy Club und bei Stars in der Manege zu sehen. Sechs abendfüllende Programme haben die beiden bereits auf die Bühne gebracht, außerdem ein Kinder- und Jugendprogramm konzipiert. Zudem engagieren sie sich in der freien Schweizer Theaterszene, so zum Beispiel mit dem von ihnen ins Leben gerufenen Theater-Variété "Perlen, Freaks & Special Guests", haben eine eigene TV-Show in der Schweiz und treten auch schon mal mit dem Circus Knie auf.

Ein Auftritt mit Sinfonieorchester
Für ihren letzten Streich arbeiten sie mit dem Sinfonieorchester Camerata Schweiz zusammen. Mehr als 13 000 Zuschauer waren schon zu Besuch "Im Orchestergraben". Und die Tour geht weiter.

Mittlerweile liest sich der Auszug aus der Liste ihrer Ehrungen wie der Wunschzettel jedes Comedy-Künstlers: Sie bekamen den Deutschen Kleinkunstpreis 2002, den "Salzburger Stier 2001", den Schweizer Kleinkunstpreis "Goldener Thunfisch 1999", und, und, und...

Kunst entzieht sich jeder Kategorisierung
"Ursus und Nadeschkin bilden am Sonntag einen glänzenden und passenden Abschluss des diesjährigen ComedyArts Festivals", findet Holger Ehrich, künstlerischer Leiter der Traditionsveranstaltung. "Ich kenne die beiden seit fast 20 Jahren, und sie überraschen mich noch immer. Mit ihrer Kunst entziehen sie sich jeder Kategorisierung - so wie das Festival eben auch."

Foto: Denise Ohms.

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