Tagebuch
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13.09.2008
Heute 21.00 3sat: URSUS & NADESCHKIN - SPECIAL!

Wortreiche Versprecher
Ursus & Nadeschkin brillieren im Kabarett-Zelt
Den Schweizern sagt man ja eine gewisse Langsamkeit nach. Doch das gilt nicht für alle, denn 45 Minuten Kabarett mit den helvetischen Künstlern Ursus & Nadeschkin vergehen in gefühlten Augenblicken - eben gerade mal so lange, wie man ohne Luft zu holen überstehen kann, denn das Lachen macht das Atmen im Zelt des 3sat-Festivals doch recht schwierig.
Ursus, groß, schlaksig und äußerlich eher dezent, bildet dabei nicht nur das augenfällige Pendant zu Nadeschkin ("Ich mache die Frau im Programm"), die quietschgelb gewandet eine Frisur zur Schau trägt, die einen beherzten Griff in die Steckdose nahe legt. Ihre geringe Größe macht Nadeschkin indes durch ein Mundwerk wett, dass auch ohne ständiges Plappern keinen Einspruch duldet.
Das 3sat-Festival hat die beiden Schweizer schon des Öfteren begrüßt, weiß man doch um die Publikumswirkung dieser minimalistischen Komik. Denn Ursus und Nadeschkin erzählen keine großen Geschichten, drechseln nicht an lustigen Handlungssträngen. Nimmt man die ausformulierten Gedanken zusammen, ist das Programm kaum abendfüllend, besteht es doch hauptsächlich aus Unterbrechungen: Gelingt es Ursus, einen Satz zu Ende zu bringen, scheint Nadeschkin einen Hänger zu haben.
Derart eine Vorstellung zu gestalten, ist eine große Kunst, die das Duo perfekt beherrscht: Die Improvisation wirkt täuschend echt - selbst dann, wenn man manche Nummern des gespielten Specials nicht zum ersten Mal sieht. Missverständnisse nicht einstudiert wirken zu lassen, zeugt von großer mimischer Findigkeit; mit einer bestechenden Ungezwungenheit agieren hier zwei Clowns, die statt der roten Nase als Markenzeichen den Schweizer Zungenschlag mit seinen knackenden Konsonanten pflegen.
Viel zu schnell naht mit dem Ende der Show der "Moment, in dem sie mit Ihrem Leben wieder selber klar kommen müssen", mahnt Nadeschkin, nachdem sich beide wortreich für die brillant misslungene Musiknummer entschuldigt haben: mit simultanem Gestammel inklusive zahlloser Versprecher. Die Synchronität, die beide nicht nur in der Sprache sondern auch via Mimik und Gestik beherrschen, sollte zur olympischen Disziplin erhoben werden.
Die Aufzeichnungen des Programms sendet 3sat heute, Samstag, dem 13. September um 21 Uhr.
(Text: Jan-Geert Wolff)
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Übrigens: wenn Sie grad eh schon vor der Glotze hängen, dann lohnt es sich, hängenzubleiben: um 22.30 kommt nämlich auf dem selben Kanal REINALD GREBE MIT SEINER KAPELLE DER VERSÖHNUNG. Sehr sehenswert!!

