Tagebuch
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11.01.2012
Talk am Thunersee

Eine illustre Gästeschar versammelt sich diese Woche an den «After-Eight-Geschichten» im Wellness- und Spa-Hotel Beatus in Merligen.
Der Empiresaal im einzigen Fünfsternhaus am Thunersee war am Montagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wunder, denn mit dem einstigen Thuner Stadtpräsidenten Hansueli von Allmen, Urs Wehrli vom Künstlerduo Ursus & Nadeschkin, Claus Widmer als Geschäftsführer der Vereinigung KünstlerInnen– Theater–VeranstalterInnen und dem Radiomoderator Roland Jeanneret waren bekannte Namen im Wellness- und Spa-Hotel Beatus in Merligen versammelt.
Die Liebe zur Kleinkunst
Nein, er könne Ursus & Nadeschkin in keine Schublade stecken, stellte Claus Widmer fest: «Wenn schon haben sie sich ihre eigene Schublade gezimmert.» Moderator Jeanneret nahm das Bild gerne auf: «Nicht in eine Schublade, sondern in eine Schachtel gesteckt wurden Ursus & Nadeschkin im Cabaret-Archiv von Hansueli von Allmen.» Tatsächlich zauberte Thuns langjähriger Stapi Bilder und Briefe aus der 25-jährigen Bühnengeschichte des Künstlerduos hervor. Darunter der Eintrag ins Gästebuch: «Wenn wir einmal gross sind, haben wir eine eigene Schachtel», stehe da – mittlerweile seien daraus drei volle Schachteln von über 600 im Cabaret-Archiv geworden (vgl. Interview).
Dass Thun zur «Stadt der Kleinkunst» erkoren worden sei, habe primär wirtschaftliche Gründe gehabt, erklärte der einstige Stadtvater. In den 90er-Jahren wurde die Stadt von einer der schwersten Wirtschaftskrisen ihrer Geschichte getroffen. «Damals hat mir jeder, der in Thun zu Besuch war, mit den Worten auf die Schulter geklopft: ‹Hier habe ich auch Militärdienst geleistet.› Das wollte ich ändern», blickte von Allmen zurück. Kultur sei ein wichtiges Ferment im sozialen Leben Thuns gewesen. «Am Ende meiner Präsidialzeit kannten genauso viele Gäste Thun wegen der Künstlerbörse, der FC Thun-Erfolge oder dank der Olympiagoldmedaille von Tanja Frieden», erinnerte sich der einstige Stapi.

