Tagebuch
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25.10.2002
Früher oder später…

Jeder hat so seine Routine, steht früher oder später auf, macht dieses oder jenes, und trifft dabei auf die einen oder anderen Zirkusleute. Das heisst, alle haben ihren äusserst individuellen Tagesablauf, der sich dann aber während acht Monaten akribisch genau wiederholt. So wird die eigene Welt klein, weil überschaubar...
Verlässt man aus irgendeinem Grund seinen eigenen Trott, verschiebt sich zum Beispiel um eine Stunde nach vorn, so erlebt man plötzlich ganz neue Situationen. Zum Beispiel sieht man Marokkaner gemütlich beim Grünteetrinken vor Ihren Wagen sitzen (siehe Foto), wo man sie doch sonst nur als uniformierte Zeltarbeiter kennt, oder man trifft auf die Büroleute, die nicht Telefonate erledigen, sondern eventuell grad Bettdecken ausschütteln. Das Zookassenfräulein sitzt plötzlich nicht an der Kasse, sondern auf einem Pferd, der Italienische Tonmeister spielt mit dem abgeschminkten Weissclown Fussball, Nouredin, der Koch, raucht anstatt zu kochen, die russischen Akrobatinnen trainieren nicht, sondern stehen vor einer Telefonkabine Schlange und kichern, währenddem die Frau eines Breakdancers in der Wäscherei arbeitet, was wir, weil's in der Früh passiert, für gewöhnlich verschlafen.

