Ursus & Nadeschkin

Tagebuch

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18.01.2004

Sonntagsblick

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© Sonntagsblick; 18.01.2004; Seite A43; Nummer 3

Meine Woche ...

Das 03-Uhr-Bett kommt nie vor Mitternacht

Mit Nadeschkin

Montag, 12. 1. 2004, um Mitternacht: Das Lamm-Gigot bei meinen Nachbarn Susi und Thomas war perfekt. Ich denke, dass ich so was selber nie kochen könnte, starte das Waschprogramm, setz mich an den Computer und gehe sehr viel später ins Bett. Nach sechs Stunden Schlaf beginne ich mit Büro und Milchkaffee. Urs kommt zum Vorbereiten. Die Mixshow im Casinotheater Winterthur will organisiert sein. Wir präsentieren vor ausverkauften Rängen in einer spontanen Aktion den neuen Theaterleiter Päuli Burkhalter. Das Lampenfieber heizt uns ein.

Dienstag, 13. 1. 2004: Spannende Diskussionen nach der Show bis in alle Nacht. Schön wars, drum gibts erst Schlaf ab 3 Uhr. Tagsüber gehört meine Zeit Peter Spielbauer, einem Komikerfreund der ersten Stunde. Ich zeige dem gebürtigen Münchner den Hallen-urwald in Zürich, weil es draussen regnet. Abends bin ich Teil seines Publikums. Das Leben ist schön, sein Programm fantastisch!

Mittwoch, 14. 1. 2004: Das Reden danach ist fast so wichtig wie die Show selbst. Der verpasste Schlaf fehlt mir am Morgen. Kaffee hilft. Dann jagt eine Sitzung die andere. Die Zukunft klopft an, aus Optionen werden Verträge. Ich staune, wie schnell ein Jahr dicht ist. Wir «Freischaffenden» sind gar nicht so frei, wie wir denken, denke ich dann.

Donnerstag, 15. 1. 2004, 3 Uhr: Ich nehme mir fest vor, in Zukunft früher ins Bett zu kommen. Sechs Stunden gute Nacht, dann wird leider das geplante Zmorge mit Freunden wegen eines hastig angesetzten Termins vertagt. Private Bedürfnisse weichen den beruflichen. Mit einer Pressekonferenz sollen unsere Vorstellungen zehn Tage später im Schauspielhaus Basel voller werden. Die Journalisten sind interessiert. Das ist nicht selbstverständlich, vielen Dank! Am Abend: Vorstellung in Gerlafingen für 950 Zuschauer! Wir kennen keinen einzigen davon. Die Stimmung ist toll!

Freitag, 16. 1. 2004, 0.40 Uhr: Nach dem Essen fahren wir. Das Gute an der Schweiz ist, dass man nach Vorstellungen immer nach Hause kommt. In Deutschland läge ich jetzt im anonymen Hotelbett. Dafür erwisch ich hier dann wiederum erst das 3-Uhr-Bett ... Am Morgen steht in der Agenda «Schötz» statt «Gerlafingen». Wieder ein tolles Publikum, ein laaaanger Schlussapplaus, ein nettes Veranstalterteam, das alles steht nicht drin. Das passiert einfach. Ich liebe meinen Beruf!

Samstag, 17. 1. 2004, 0.15 Uhr: Genial, wenns nach der Vorstellung etwas Warmes gibt und nicht immer nur Sandwiches. Stunden später, endlich daheim, holt mich das 3-Uhr-Bett. Ich begrabe meinen Vorsatz und schlafe trotzdem gut. Der Morgen beginnt heute am Mittag mit Haarewaschen und viel Föhnen. Proben mit Urs. Heute werden wir wieder an einem anderen Ort, für ein anderes Publikum, für andere Veranstalter auftreten. Das ist das Schöne an unserem Beruf: Es ist immer alles anders! Ausser einem. Das bleibt immer gleich. Das 3-Uhr-Bett!

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