Tagebuch
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09.10.2004
Andrang in Frankfurt

U. gestern am Stand von Kein&Aber an der Buchmesse Frankfurt kurz nach der Präsentation seines Buches beim Signieren von «Noch mehr Kunst Aufräumen».
Sonntagszeitung, 10.10.04:
Tipp der Woche
Als Herr Wehrli sich zum zweiten Mal in die Schatzkammern der Kunst verirrte
Das Vorher-nachher-Prinzip hat erneut die Kunst erreicht. Wenn Ursus Wehrli Kunstwerke in den Fingern hatte, sind sie nicht mehr wieder zu erkennen - sie sind geordnet. Ein schwarzer Ballon liegt schlaff herum, nachdem der Komiker aus dem Bild «Schwarzer Kreis» von Malewitsch die Luft herausgelassen hat. Wehrli, vom Comedy-Duo Ursus und Nadeschkin, macht in diesem gesamten Bildband nichts anderes: Er nimmt der arrivierten Moderne das Blasierte und lässt den Ballon beim Betrachter platzen. Pragmatismus statt Suprematismus. Was der 35-Jährige mit seinem ersten Buch «Kunst aufräumen» als spassiges visuelles Experiment begann, das «Muster auf etwas anwendet, wo es absolut keinen Sinn hat», und einen Überraschungserfolg landete, treibt er nun mit neuem Esprit und Einfallsreichtum auf die Spitze: Er schüttet Jackson Pollocks bunte Farbspritzer wieder zurück in die Farbtöpfe, ordnet Meret Oppenheims «Frühstück im Pelz» in weisse Tasse und Hase und bringt Ordnung in Keith Harings «Tree of Monkeys», indem er Tree und Monkey entquickt und nebeneinander aufschichtet. Durch die Verfremdung des Bekannten eröffnet er Kunstkennern und Laien eine erfrischend neue Sichtweise. Meisterhaft! (NOR)

