
06.10.2006 Köln Comedy Eröffnungsgala |

06.10.2006 Längerer Sommer? |

06.10.2006 Weltrekord No. 60 |

04.10.2006 Weltrekord No. 59 |

04.10.2006 Tolles Haus, das «Tollhaus» |
|
|
06.10.2006
Köln Comedy Eröffnungsgala

Zur Eröffnung des 16. Köln Comedy Festivals moderierten wir gestern im Gloria die Gala.
PS: ja, es stimmt, wir sind etwas schlanker geworden.
Kölner Stadt-Anzeiger, 9.10.06
DAS EIGELB IST ZU HELL
Mit einer brillanten Idee eröffnen Ursus & Nadeschkin das 16. Internationale Köln Comedy Festival im Gloria: Das Finale an den Anfang stellen, sämtliche Künstler zum Schlussapplaus auf die Bühne rufen und den Rest des Abends unter dem Titel „Köln lacht“ mit Zugaben bestreiten. Diese wiederum bestehen aus Kurzauftritten von Kleinkünstlern, die allesamt neugierig machen. Angefangen bei der aus Großbritannien kommenden Rebecca Carrington, die dem Cello und ihrem Mund die unglaublichsten Töne entlockt. Oder hat jemand dem Instrument Dudelsack-Klänge abgetrotzt („er ist mein Sack, ich bin sein Dudel“)? Ganz zu schweigen von Filmmusik zu einer indischen Bollywood-Produktion. Selbst spanische und fernöstliche Musik ist dem Gespann aus Mensch und Instrument geläufig - ein Deutsch sprechender Import aus England, von dem man noch viel hören und sehen wird.
Ebenfalls stimmgewaltig und mit einem tiefschwarzen Humor gesegnet ist die aus Bayern kommende Martina Schwarzmann, eine Kabarettistin, die mit einer Gitarre angereist kommt und wie Carrington beweist, dass es gar nicht so schlecht um das weibliche Komik-Potential bestellt ist, wie mancher unkt. Nicht nur ihre bayerische Version von „Highway to Hell“ („Eigelb zu hell“) ist eine witzige Verballhornung des Ohrwurms, auch ihre inständig vorgetragene Bitte an den lieben Gott, er möge es verhindern, dass sie sich jemals auf einer Ü-30- Party wiederfindet, ist ein Kleinod in Sachen Musik-Kabarett. Faustdick hat sie es hinter den Ohren, wenn sie betont, dass sie nie verstanden habe, was es mit den weiblichen Emanzipationsbestrebungen auf sich habe, weil sie es von daheim nicht kenne, „dass die Frau die Unterdrückte sein kann“.
Duo ohne Rolf
Ebenfalls mit der Sprache spielt das Schweizer Duo „Ohne Rolf“: Ausschließlich mit Hilfe von zahllosen Plakaten „unterhalten“ sie sich, ein „Wortwechsel“, in dessen Verlauf dem einen die Tinte ausgeht, was die Kommunikation kurzfristig unterbricht - ein Schabernack, der sich auf verschiedenen Ebenen abspielt und gerade deshalb so verblüffend wie originell ist. Als Kabarettisten reinsten Wassers lassen sich dagegen der Österreicher Klaus Eckel, Christoph Sieber und Serdar Somuncu („der aus der Türkei“) bezeichnen, wobei Letzterer sich bei seiner bewusst inszenierten Publikumsbeschimpfung kurzfristig vergaloppiert. Eckel wiederum holt die „Helden des Alltags“ auf die Bühne, den Mann von nebenan, der sich bei Ebay eine Uhr gekauft hat, die zwar die Entfernung zum Äquator anzeigt, aber nicht die Zeit.
Abgerundet wird der Mix aus Spaß, Witz und tieferer Bedeutung von dem aus Hamburg kommenden „schwulen Kapser“ Kay Ray: „In dieser Welt muss man extrem sein“, gibt er zu bedenken - und zieht über ihre Bewohner und deren Marotten so schön unbotmäßig her, dass so mancher Zuschauer vor Lachen fast vom Stuhl fällt. Was außer ihm auch den beiden genialen Schweizer Clowns und Gastgebern des Abends Ursus & Nadeschkin mit Synchron-Trockenschwimmübungen, wahnwitzigen Wortkaskaden und Kuschelrock-Einlagen gelingt.
|