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25.08.2006
«Stars for Kids 2006»

© Der Landbote; 25.08.2006
von Katharina Baumann
Lokal
Musikprominenz in den Hardstudios
Am Donnerstag in Wülflingen. Hinter der Brücke, die über die Töss führt, liegen die Hardstudios. Vor dem Eingang stehen Tische, daran lehnen sich die Leute, trinken Kaffee, rauchen. Es sind nicht irgendwelche Leute.
Die halbe Schweizer Musikprominenz ist in Winterthur aufgekreuzt: «Schtärneföifi» und die «Acapickels», Endo Anaconda von «Stiller Has» und Nadja Sieger von «Ursus und Nadeschkin» sowie Vera Kaa und Myrto. Ein «We Are The World» im Kleinformat: Wie einst die Musikprominenz der USA, so nehmen sie hier eine CD für einen guten Zweck auf. «Niemert isch genau wie du» heisst der Titelsong der neuen Unicef-CD «Stars for Kids 2006». Der Verkaufserlös kommt Schulkindern in Bhutan zu.
Die Stimmung im Kaffeeraum vor dem Aufnahmestudio ist fröhlich. Es wird gelacht und geschwatzt, gesungen und getanzt. Den Song, den «Schtärneföifi» komponiert haben, kennen alle schon: «Wir konnten ihn im Internet herunterladen», sagt Nadeschkin. Sie habe diese Probeaufnahme am Mittwoch während einer zweistündigen Autofahrt immer wieder mitgesungen und auf diese Weise auswendig gelernt.
Um 11 Uhr werden die Kaffeetassen weggestellt, die Gipfeli noch rasch fertig gegessen. Dann gilt es Ernst. Alle strömen ins Aufnahmestudio. Zuerst soll der Refrain aufgenommen werden, am Nachmittag sind die Einzeleinsätze dran. Im letzten Moment erscheint auch noch Endo Anaconda von «Stiller Has». «Unser Quotenberner», witzelt die Zürcher Sängerin Myrto. Zuerst stellen sich alle im Kreis auf und singen einige Male den Refrain: «Mir sind zum Glück nöd alli gliich, di einte gross, di andre chli...» Langes Üben ist nicht nötig. Schon nach wenigen Durchläufen wird aufgenommen. Der Refrain kommt drei Mal vor, jedes Mal gestalten ihn die Künstlerinnen und Künstler etwas freier. «Jetzt kann jeder einmal etwas ausprobieren, mal schauen, was passiert», sagt Sibylle Aeberli von «Schtärneföifi». «Aber bleibt bitte wenigstens im gleichen Rhythmus.» Nach der Aufnahme bleibt es kurz ruhig. Sobald das Band abgeschaltet ist, sagt Myrto: «Jetzt tönen wir wie der Kinderchor Schwamendingen.» Endo Anaconda sagt: «Es geht natürlich nicht, wenn am Schluss einfach alle dreinreden!» So sei es aber nicht gewesen, meint Sibylle Aeberli. «Ich habe keine Ahnung, was ich genau getan habe», wirft Vera Kaa ein. Aeberli sagt bestimmt: «Nur Myrto soll am Schluss weitersingen, Endo könnte die letzte Zeile nochmal singen.» Und Jasmin Clamor von den «Acapickels» fragt: «Endo, kannst du den Schluss nicht tiefer singen?» Das könne er schon, versichert dieser. «Das gefällt mir aber überhaupt nicht!»
Weitere Versionen werden aufgenommen. Auch Profis passieren Pannen. Der eine hält eine Note zu lange aus, die andere verrutscht im Text. Trotzdem ist der Refrain um 12 Uhr bereits im Kasten. Jetzt werden die Soloeinsätze der einzelnen Künstlerinnen und Künstler aufgenommen.
Es ist 13 Uhr. Beat Schlatter trifft ein, wird mit grossem Hallo empfangen und muss sofort ins Aufnahmestudio. Singen soll er nicht, sondern nur den Text eines bösen Vaters sprechen, der sein ängstliches Töchterchen auf einen Turm hinaufjagt: «Tue doch nöd
blööd, es hät ja es Gländer! Mit dir mach i au wider mal en Usfluug!», ruft er. Nach zwei Aufnahmen ist Tonmeister Moritz Wetter bereits zufrieden. «Ich war sehr aufgeregt», gibt Schlatter nach seinem Auftritt zu. «Ich wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommt.» Er ist erleichtert, dass er nicht singen musste: «Es wäre komisch, wenn ich mit Leuten wie Endo Anaconda und Vera Kaa zusammen singen würde.»
Auch Letztere ist inzwischen mit ihren Aufnahmen fertig. Das Lied, in dem es darum geht, dass jedes Kind einzigartig ist, gefalle ihr gut. «Der Text ist schön, und der Rhythmus fährt einem sofort in die Beine», sagt sie. Nur zwei Stunden später ist der Song fertig aufgenommen. Die Künstlerinnen und Künstler gehen wieder ihre eigenen Wege.
«Stars for Kids 2006»ist ab 16. September im Handel erhältlich.
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