
13.04.2009 Saal leer |

13.04.2009 Die Börse – die Auktion |

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13.04.2009
Saal leer

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© Berner Zeitung; 14.04.2009
Schnäppchenjagd fast ohne Jäger
Es war eine witzige Idee – der Erfolg hingegen blieb den Machern verwehrt: Die 50. Schweizer Künstlerbörse in Thun begann mit einer unkonventionellen Versteigerung im Schadausaal. Doch die Gäste blieben aus.
Osterhasen-Plakat hin oder her: Der hoppelnde Osterbote blieb dem Auftakt zur 50.Schweizer Künstlerbörse am Ostersonntag im Schadausaal Thun ebenso fern wie andere Besucherinnen und Besucher.
Nicht weniger als drei Versteigerungsblöcke um 13, 15 und 17 Uhr waren angesetzt. Verhökert wurden zum Beispiel eine Schuh-Shopping-Tour in Zürich mit Beat Schlatter oder das von Schüssen durchlöcherte Snowboard der Thuner Olympiasiegerin Tanja Frieden. Aber selbst zur Spitzenzeit um 15 Uhr fanden sich lediglich gut 50 Steigerungswillige im Saal ein. Eingeladen hatte die Vereinigung KünstlerInnen- und TheaterveranstalterInnen Schweiz (ktv).
Die Schnäppchenjagd
Am Ende durfte die ktv – zugleich Nutzniesserin des Gesamterlöses – immerhin den Betrag von 10668 Franken verkünden, die der erstmals durchgeführte Anlass unter dem Namen «Die Börse an der Börse» einbrachte. Gedeckt dürften damit die Kosten jedoch bei weitem nicht sein.
Freude machte sich dafür unter den wenigen Besucherinnen und Besuchern breit: Sie ergatterten teilweise zu Schnäppchenpreisen Souvenirs und Kunstgegenstände der diversen mehr oder minder bekannten Spender. Rolf Knies Tigerbild erreichte nach zweimaligen vergeblichen Versuchen in der dritten Runde doch noch die 800-Franken-Marke, die ursprünglich als Mindestpreis ausgerufen worden war. Friedens Snowboard ging beim zweiten Versuch für 110 Franken an einen Bieter und lag damit 190 Franken unter dem ursprünglichen Mindestbetrag.
Harzige Gebote
Da half auch die gekonnte und witzige Moderation von Urs Wehrli – der einen Hälfte von Ursus & Nadeschkin – und der Fernsehfrau Monika Schärer nichts. Die Gebote kamen bloss harzig, die Minuten der drei Versteigerungsblöcke schlichen dahin. Nur hin und wieder sorgte ein Gegenstand für Aufregung. Dann kam ein Gefühl auf, das ans Bietfieber an grossen Auktionen erinnerte.
Topseller Privatlesung
So stiegen die Gebote bei einer Niesenfotografie des Ideenlieferanten und Thuner Fotografen Reto Camenisch immerhin auf 650 Franken. Moritz Leuenbergers Le-Corbusier-Sessel verliess den Schadausaal zum Mindestpreis von 1200 Franken, und zum Topseller wurde Monika Schärers Privatlesung, um die sich ein Telefonbieter und ein Gürbetaler rissen. Schliesslich trug der Telefonbieter den Sieg davon – mit 1100 Franken.
Am Angebot kann die Zurückhaltung nicht gelegen haben. So steuerte Dimitri eine Originallithografie bei, während alt SP-Präsident und Nationalrat Helmut Hubacher seine Militärgamelle samt Ogi-Biografie versteigern liess. Ganz im Sinne der Künstlerbörse schnürte Gardi Hutter ein rotes Paket zum Thema «Von Nas bis Schuh auf clownen eingestellt». Die Thuner Boxweltmeisterin Christina Nigg schenkte der ktv für die «Börse an der Börse» ihre Handschuhe aus dem Wettkampf um den Intercontinental-Titel, Extremsportler Thomas Ulrich bot seine – mittlerweile gewaschene und gerahmte – Unterhose einer Expedition von 2007 an. Das Interesse hielt sich in Grenzen, dafür warb Urs Wehrli gekonnt: «Das macht sich wunderbar im Wohnzimmer. Sie haben sofort ein Gesprächsthema, wenn Sie Gäste empfangen.»
Heinerika Eggermann
Die 50.Schweizer Künstlerbörse startet offiziell am Mittwoch, 15.April, mit der Jubiläumsgala im Schadausaal (ausverkauft), gefolgt von der Preisverleihung des Schweizer Kleinkunst- und des Innovationspreises am Donnerstag, 16.April, um 20 Uhr; von Freitag bis Sonntag folgt die Künstlerbörse im Schadausaal mit Kleinkunstpodium auf dem Waisenhausplatz.
(Foto: Sabine Burger)
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