
11.03.2009 Keine wirkliche Dernière |

10.03.2009 Erster «KIK» WELTREKORD |

10.03.2009 Feuerwehr-Duo |

07.03.2009 Es war einmal, vor langer, langer Zeit... |

06.03.2009 Zum 3. Mal in Reinach! |
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11.03.2009
Keine wirkliche Dernière

Gestern war die LETZTE Vorstellung von Weltrekord!
Nach 189 Shows in Deutschland, Österreich, Australien und der Schweiz, zwischen Berlin, Melbourne, Wien und dem glarnerischen Schwanden ist nun Schluss –
obwohl...
vielleicht ergibt sich ja mal noch eine Möglichkeit zu einer Retrospektive...
Wir gratulieren auch unseren allerletzten Weltrekordhalterinnen und -haltern ganz herzlich!
Und hier die letzte Kritik aus Kreuzlingen:
© Thurgauer Zeitung; 12.03.2009
Weltrekord im Synchronsprechen
Ursus und Nadeschkin haben am KIK-Festival Bestmarken gesetzt. Das war nicht einfach nur Kabarett in Kreuzlingen, sondern beinahe schon humoristischer Weltrekord.
Kreuzlingen – Der Weg ist das Ziel – und dazwischen das Bähnli. Ursus und Nadeschkin springen auf keinen Zug auf, denn sie wollen völlig anders und neu sein. In ihrem aktuellen Programm «Weltrekord» tanzen sie in klassischer Montur auf die Bühne, sind voller Tatendrang und präsentieren rekordverdächtige Gags und Spielereien. Das Publikum ist begeistert ab dem Erwarteten und doch Unfassbaren, doch welcher fassbare Lohn bleibt den beiden Sprachakrobaten? Nadeschkin erwartet mehr als den abgepackten Naturschwamm, den ihr Ursus als Trophäe überreicht, sie würde sowieso viel lieber in einer noch grösseren Halle auftreten und kann sich auch nur knapp überwinden, die verschränkten Arme und müden Gesichter in der ersten Reihe zu betrachten. Ihr grösster Wunsch wäre es, wie George Clooney zu sein, den gibt es aber leider schon. Darum macht sie Schluss, und zwar gleich hundertachtundsiebzigmal.
Im Sekundentakt lässt sie während drei Minuten Regenschirme, PET-Flaschen, Plüschtiere, Plastikblumen und weitere illustre Requisiten hinter der Wand hervorschnellen. Und nach diesen frühen Schlüssen, die das Publikum erstaunlicherweise prächtig amüsieren und als ungeordnetes Bouquet auf der Bühne liegen bleiben, steht sie doch wieder nur am Anfang. Dann zündet sie eben den Saal an, damit die Feuerwehr kommen und die Zuschauermenge evakuieren muss.
Dramaturgisches Tief
Wer derart von sich selbst überzeugt ist, strebt verständlicherweise nach Rekorden. Höher, schneller, weiter, auf jeden Fall messbar besser, nicht aber schöner, denn darum gehts nicht. Die Suche nach der geeigneten Disziplin stellt sich als mühsam heraus – nicht nur für die beiden Artisten, sondern auch für das Publikum.
Nach der fulminanten ersten halben Stunde erlebt es wenig Zusammenspiel, kaum Sprachwitz, viel Musik, und nur die Mimik sowie das von Ursus und Nadeschkin ungewohnte Spiel mit wahrlich traurigen Momenten, die einem das Lachen geradezu verbieten und damit zumindest zeitweise eine immense Spannung erzeugen, vermögen über das dramaturgische Tief vor der Pause hinwegzutrösten.
Der obligate Weltrekord
Mit roten Trainern bekleidet stürmen die beiden nach der Pause erneut die Bühne – hocherfreut, dass das Publikum auch noch da ist. Es folgt der Versuch, ihre «mentale extrem-brutale Kongruenz» auszuspielen und vor einer imaginären Jury einen Weltrekord im Paar-Synchronsprechen aufzustellen, doch die beiden scheitern kläglich.
Da jedoch, wie bereits festgestellt, auch die Zuschauer noch anwesend sind, werden die kurzerhand eingespannt. Wasserflaschen auf dem Kopf balancierend und mit den Händen wackelnd läuft der gesamte Saal zur Höchstform auf. Als es dem Publikum auch noch gelingt, während des anspruchsvollen Balanceakts synchron einen Satz zu sprechen, ist der Weltrekord Realität – und die Meute im Dreispitz völlig aus dem Häuschen.
Eng umschlungen tanzen Ursus und Nadeschkin danach von der Bühne, nur um kurz darauf vom Publikum mit tosendem Applaus zurückgeholt zu werden. Es geniesst sichtlich den tollen Abend mit viel Witz und Charme, auch wenn viele Pointen bereits bekannt waren. Irgendwann ist dann aber wirklich Schluss, und die ehrliche Nähe, mit der sich Ursus und Nadeschkin von Kreuzlingen verabschieden, ist nicht nur in der ersten Reihe spürbar.
(Text: Lukas Langhard UND Bianca Binder)
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