Ursus & Nadeschkin  
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Podium am Tag der Kleinkunst
13.09.2010
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...noch eine Pressestimme
11.09.2010
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10.09.2010
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09.09.2010
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Nadeschkostüm mit Bauch
09.09.2010
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11.09.2010

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RHEINTALTER VOLKSZEITUNG
Zwei Meister in Wort, Witz und Improvisation

Altstätten. – Dass das Kleintheater an der Kugelgasse nicht genügend Platz bieten würde, war den Veranstaltern bereits bei der Planung bewusst. Dass aber auch der Auftritt von «Ursus und Na­deschkin» die Grenzen des «Sonnen»-Saals sprengen würde, war für Eva Graf Poznicek, Präsidentin des Vereins Diogenes-Theater, eine besonders grosse Freude. Bereits Wochen vor dem Gastspiel waren alle Eintrittskarten verkauft. Der Verein hatte um die beiden geworben und nun kehrten sie nach etlichen Jahren zurück nach Altstätten, so Graf zu einem erwartungsvollen Publikum und gab die Bühne frei.

«Trüffel» aus 22 Jahren
Entsprechend der Ankündigung – es sollten die «Trüffel» der Nummern aus 22 Jahren Bühnenzeit präsentiert werden – waren auch die Erwartungen des Publikums. Mit dem Programm «Zugabe» liessen «Ursus und Nadeschkin» vom ersten Moment an keine Wünsche offen und beanspruchten die Lachmuskeln der Zuschauerinnen und Zuschauer aufs Äusserste.
Das Duo präsentierte mit «Zugabe» nicht nur einen Querschnitt aus 22 Jahren erfolgreichem Bühnenschaffen, es zeigte auch die Vielseitigkeit seines Könnens. Hierzu gehörten Tanzeinlagen, Dialoge untereinander und mit dem Publikum, Musik sowie nicht zuletzt eine ausdrucksstarke Mimik und Gestik.
Besonders sympathisch gaben sich «Ursus und Nadeschkin» auch, weil sie ihr Programm auf den Gastspielort Altsätten abstimmten. So sinnte «Ursus» darüber nach, weshalb gerade das Diogenes-Theater in die «Sonne» ausweichen würde. Dies, wo der griechische Philosoph Diogenes doch einst den berühmten Satz sagte: «Geh mir aus der Sonne.» Auch sollten die nahezu 600 Zuschauerinnen und Zuschauer ihre Herkunft bezeugen. Wer aus Altstätten komme, solle sich erheben. Als dies nur zögerlich geschah, gab «Ursus» Nachdruck: «Wenn Sie aus Altstätten sind, müssen Sie jetzt dazu stehen.»

Improvisation pur
Erst nachdem die Pause bereits einige Minuten vorüber war, kehrte ein Besucher an seinen Platz in der ersten Reihe zurück. «Ursus und Nadeschkin» hielten inne, fixierten den Mann mit ihren Blicken und liessen ihn ihr Mitleid darüber spüren, dass er den gesamten ersten Teil verpasst habe. Aus dem Steg­reif und ohne eine Absprache untereinander, präsentierte das Künstlerpaar eine Zusammenfassung der ersten Hälfte – wie in einem Schnelldurchlauf. Aus der anfänglich ein wenig peinlichen Situation wurde eine meisterhafte Einlage und die Begeisterung des Publikums war sicher.

Meister der Wortakrobatik
Dass «Ursus und Nadeschkin» wahre Meister der Wortakrobatik sind, stellten sie gar vielfach unter Beweis. So gaben sie sich gegenseitig Stichworte, die in einem pointierten Dialog mündeten. Auch hielten sie ganze Wortvorträge parallel und mit vollkommen anderem Inhalt, ohne auch nur ansatzweise den Faden zu verlieren.
Einmal veranschaulichten sie, wie einfach es doch sei, Fremdsprachen zu erlernen und erläuterten dies an einigen Vokabeln. Vegetarisch auf russisch heisse Moskau (Moos-kau). In Österreich laute die Bezeichnung für Antidepressiva Klagenfurt (Klagen-fort) und im Iran höre ein Kellner auf Teheran (Tee-heran), um nur einige Pointen zu nennen.

Pointiert und doch kein Klamauk
Beeindruckend war während der rund zweistündigen «Zugabe» auch, dass das Künstlerpaar zu keiner Zeit drohte, in Klamauk abzurutschen. Vielmehr bewies das Duo auch in einer humorvollen Interpretation von William Shakespeares «Romeo und Julia», dass es ernsthafte Themen aufzugreifen vermag. Denn während der Szene auf dem Balkon in Verona wurden kurzerhand die Rollen des Liebespaares getauscht, so wie es im gesellschaftlichen Leben heute oftmals der Fall ist.
Obwohl das gesamte Programm eine Zugabe war, kamen «Ursus und Na­deschkin» nicht umhin, noch eine weitere Zugabe zu geben, so eindrucksvoll brachte das applaudierende Publikum seine Begeisterung zum Ausdruck.

(Text: Monika von der Linden)

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