Ursus & Nadeschkin

Tagebuch

Direkt zu einem Monat im Jahr 2014 springen:

Dezember November Oktober September August Juli Juni Mai April März Februar Januar

30.07.2014

Proben mit Starbugs

Proben mit Starbugs

Der eine von Ursus & Nadeschkin macht Ferien im Süden, und die andere bleibt vor Ort grad lieber am Schaffen.
Was nichts weiteres zu bedeuten hat, ausser dass auch immer noch so ist, wie es früher schon war:
Unser Duo ist und verbleibt immer komplett verschieden.

Vergleiche zum Beispiel die
Duo-freien Tage im 2013
Variante 1 mit Variante 2
oder die Duo-freien Tage im 2011
Variante 1 mit Variante 2

im Bild übrigens (v.l.n.r): Nadja, Silu, Tinu und Fäbu
mehr Infos zu den drei «Sternenkäfer» gibt's HIER.

Foto: Geri Born

24.07.2014

Wenn man uns einfach so hängen lässt...

Wenn man uns einfach so hängen lässt...

Lustig, dass man veraltete Plakate einfach so hängen lässt.

Seit Ende Mai ist unsere PERLEN, FREAKS & SPECIAL GUESTS TOUR vorbei, und trotzdem wird heute noch in Zürich für das, was längst Vergangenheit ist, geworben...

Das gibt uns die Gelegenheit, eine Pressestimme abzudrucken, die auch wir bis jetzt hier im Online Tagebuch vergessen haben:

© Schaffhauser Nachrichten vom 9.Mai 2014
Lachen, staunen – und Ovationen
Ursus & Nadeschkin sorgen mit ihren Gästen für Begeisterungsstürme im Stadttheater.

Wo soll man anfangen? Bei Wall Clown, wenn er die Wände hochgeht?
Bei dem Kopfstand der besonderen Art? Bei Ursus als virtuosem Trommler oder Nadeschkin als Bassgitarristin? Bei einem siebenstimmigen Frauen- chor in einer Person? Aus der grossen Fülle auszuwählen, die Ursus (Urs Wehrli) und Nadeschkin (Nadia Sieger) mit ihren Gästen in «Perlen, Freaks & Special Guests» im Stadttheater seit Mittwoch und bis heute Freitag bieten fällt schwer. Es ist alles so gut, dass einen alles reut, was man weglassen muss. Wie wenn es ein Kinderspiel wäre.

Darum nur einige Appetithäppchen:
Verblüffend, wie Tobias Wegner mit einem einfachen Videotrick, den die Zuschauer genau mitverfolgen können, eine Wand hochzuspazieren scheint und im Nichts verschwindet. Begeisternd, wie Camilla Pessi in einer Art burleske Stummfilmnummer Akrobatik der Spitzenklasse bietet und ohne jeden Halt auf dem Kopf von Simone Fassari steht und so dem Begriff «Kopfstand» einen ganz anderen Sinn gibt. Immer wieder erstaunlich, was Ursus & Nadeschkin, die durch den Abend führen und ihn natürlich auch selber mitgestalten, auch noch können: Ursus wirkt bei den virtuosen Trommlern von Top Secret mit, wie wenn es ein Kinderspiel wäre, bei deren rasenden Wirbeln taktgenau mitzuhalten, und Nadeschkin beweist, dass sie
auch Bassgitarre spielen kann und zwar ausgezeichnet. Und Frölein Da Capo mit ihrem Loopgerät legt sieben Stimmen, alle von ihr gesungen, präzis übereinander. Vom «metaphysischen Gruseln», das Mani Matter als «Männerchor mit mir allein» im Coiffeurstuhl einst packte, keine Spur. Dafür lacht man Tränen und bewundert das Sängerische Können, wenn Frölein Da Capo beweist, dass Jodeln viel erotischer sein kann als jeder Tango. Einen eigenen Artikel müsste man eigentlich Dergin Tokmak widmen, der im Alter von acht Monaten an Kinderlähmung erkrankte und so schwere Schäden davon trug, dass er sich nur an Krücken oder im Rollstuhl fortbewegen kann. Aus seiner Behinderung machte er, der mit zwölf Jahren zu trainieren begann und heute einen muskulösen Oberkörper hat, um den ihn wohl jeder Bodybuilder beneiden würde, eine Kunst – eine Art Ballett auf Krücken, was einem den Atem stocken lässt, weil man immer wieder Angst um Stix, so sein Künstlername, hat. Komplettiert wird der Variétabend der Sonderklasse vom Duo Compagnie Filofile, das mit dem Diabolo, zwei Stäben mit einer Schnur dazwischen und einer Art Rolle, eine Jonglier- nummer hinlegt, hinter der so viel Training und Können steckt, das alles ganz einfach aussieht.

Kein Wunder, dass das Publikum im praktisch vollen Stadttheater immer wieder in Begeisterungsstürme ausbrach und die Artisten mit Ovationen auf offener Szene feierte. Dass die Artisten nicht nur Einzelnummern zum Besten gaben, sondern immer wieder auch als ganze Gruppe auftraten, verlieh dem Abend noch zusätzliche Würze. Ein Glanzpunkt dabei die Art, wie sich die Künstler vom Publikum hautnah verabschiedeten. Wie, sei nicht verraten – man muss selber hingehen. Wer das heute Freitag noch möchte, muss sich aber beeilen: Es gibt nur noch ganz wenige Karten.

(Von Karl Hotz)

16.07.2014

Sommerpause!

Sommerpause!

es ist SOMMERPAUSE!
...und endlich passiert mal nichts!
Nur die Sonne, die scheint!

(Foto: Georgios Kefalas)

03.07.2014

© Augsburger Allgemeine

© Augsburger Allgemeine

Sechs Minuten Show, zwei Stunden Rausschmiss!

Das Duo Ursus & Nadeschkin stellt vor 700 Zuschauern das Prinzip Theater auf den Kopf

Nach nur sechs Minuten ist die Show im Zelt vorbei. Die Akteure verbeugen sich, gehen hinter die Bühne – und stellen entgeistert fest: „Die gehen nicht!“ Was nun? Alles hat man in die sechs rasanten Minuten gesteckt, Feuer, Licht und Kaffeetassentanz, nur um festzustellen, dass das Publikum „mehr“ will. „Wir haben das von einem Berater ausarbeiten lassen, da ist alles drin, was das Publikum will“ sagt Ursus (Urs Wehrli) und fügt fast flehend hinzu: „Und das soll jetzt gehen!“ Das Zelt-Publikum aber bleibt stur sitzen. Ursus bleibt hart: „Das war’s!“, geht ab. Nadeschkin (Nadja Sieger) sieht das etwas anders: Sie plaudert mit dem Publikum, verabredet sich mit allen im Zelt („Wäre doch schön, mit 700 Leuten etwas trinken zu gehen“) und meint schließlich: „Naja, sechs Minuten ist nicht so viel. Vielleicht haben wir zu viel gekürzt?“

Das alles ist natürlich Teil eines brillanten Programms, das eine wunderbar süffisante, geistreiche Parodie auf den Rechtfertigungszwang von Theatermachern darstellt. Da werden in Ursus-und-Nadeschkin-Manier Dramaturgie, Choreografie, Psychologie, Probenaufwand und Finanzen wortreich durchleuchtet, denn das Publikum muss doch einsehen, dass es mit der Sechs-Minuten-Revue genau das bekam, was es zu wollen hat: ein rasantes, leicht konsumierbares und vor allem zeitsparendes Theater.

„The fastest show ever“ ist der witzige und dann doch zwei Stunden dauernde, mit treffsicheren Gags und Bonmots gespickte Rausschmiss des Publikums. Da ist die urkomische Pantomimen-Nummer mit der unsichtbaren Tür: Ursus kriegt das perfekte „Türgeräusch“ hin, Nadeschkin nicht. Ursus öffnet diese imaginierten Türen: „Mach sie zu.“ Es klingt nie richtig und mündet in eine großartige, urkomische Reflektion über das Theater, die Fantasie und das Verhältnis von Bühnenkünstler und Zuschauer. Immer wieder blitzen philosophische Themen auf, wird auch der Theatergott Brecht ins Spiel gebracht. Sie wagen sich auch an Theatertabus, etwa „das Loch im Programm“: „Dass sich das hertraut, bei 700 Leuten!“

Zuletzt wird beschlossen, dem Publikum die Rückseite ihrer Sechs-Minuten-Show zu zeigen: Was passiert hinter dem Vorhang. Und da schließt sich der Kreis: Aberwitzig rast da eine großartige Parodie auf das Showbiz vor den Augen des Publikums über die Bühne. Am Ende – nach zwei Stunden und sechs Minuten – donnernder Applaus.

Text: Florian L. Arnold
Foto: Daniel M. Grafberger

02.07.2014

Ulmleitungen

Ulmleitungen

Umleitungen sind blöd. Man wird von seiner Reiseroute auf's Nebengleis verfrachtet, und muss dann diesen spärlich verstreuten UMLEITUNGs Schildern folgen. Dabei wissen diese Schilder überhaupt nicht, wo wir hin müssen!
Heute fahren wir nach Ulm, auf Wegen, die wir bisher nicht mal vom Namen her kannten, und weil diese derart kurvig sind, kann man parallel dazu nicht mal Text lernen oder sonst was Sinnvolles tun.
Wir machen was uns übrig bleibt: Die schöne Gegend bestaunen und drauf hoffen, dass die Umleitungen uns am Ende doch nach Ulm leiten...