Ursus & Nadeschkin

Tagebuch

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03.10.2004

© Sonntagsblick; 03.10.2004

© Sonntagsblick; 03.10.2004

Ursus macht wieder Ordnung

Der grosse Aufräumer

ZÜRICH. Urs Wehrli, die Hälfte von Ursus & Nadeschkin, hat sein zweites Buch zusammengeschnipselt. Und räumt darin mit der Gegenwartskunst auf - noch radikaler als beim ersten Mal.

Beruflich macht er Kabarett - in seiner Freizeit bringt er Ordnung in moderne Kunstwerke. Nach seinen eigenen Kriterien. Total schräg. Zum zweiten Band «Noch mehr Kunst aufräumen» wurde Urs Wehrli (35) durch den Erfolg seines ersten Buches inspiriert, das sich 100 000 Mal verkaufte. Die Idee zum Erstlingswerk entstand, «weil ich gerne Muster auf etwas anwende, wo es absolut keinen Sinn hat».

So führt er diesmal Meret Oppenheims berühmtes Werk «Frühstück im Pelz» auf die ursprüngliche Form zurück, indem er den Hasen einfach neben die Tasse stellt. Auch seine Version von Jasper Johns «Cicada» besticht durch Konsequenz: «Ich habe alle Striche auseinander geschnitten und nach Farben in Fünferbeigen geordnet», erklärt der Kunstkünstler sein Vorgehen. Dauer der Übung: rund zwanzig Stunden. Nachzählen erlaubt.

Dass Urs Wehrli Bilder berühmter Künstler auseinander nimmt, scheint in der Kunstszene niemanden zu stören. «Ich war fast ein wenig enttäuscht, dass sich keiner entrüstet hat», gibt Ursus zu.

Dafür durfte er sich über unerwartete Reaktionen, die sein Erstlingswerk aus dem Jahr 2002 augeslöst hat, köstlich amüsieren. «Es gab Künstler, die mich dazu einluden, ihre Werkstatt aufzuräumen», sagt er. «Und Schulklassen haben mir Aufräumvorschläge für ihre eigenen Werke zugeschickt.» Selina Luchsinger

«Noch mehr Kunst aufräumen» von Ursus Wehrli, Verlag Kein & Aber, 28 Franken.

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