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Beethovenfest-Premiere
Ursus und Nadeschkin in der Bonner Oper

BONN. Kann man klassische Musik schöner erklären? "Dur", sagen Ursus und Nadeschkin, "ist, was man will im Leben; Moll ist, was man bekommt." Das Kult-Komikerpaar Ursus und Nadeschkin haben in der Bonner Oper den Sprung ins Hochdeutsche gewagt.

Ursus und Nadeschkin (Ursus Wehrli und Nadja Sieger) sind in der Schweiz seit vielen Jahren ein Kult-Komikerpaar, mit ihrem Konzerttheater-Programm "Im Orchester graben" haben sie jetzt den Sprung über die Grenze und ins Hochdeutsche gewagt. Die Beethovenfest-Premiere in der ausverkauften Oper entließ ein Publikum, das rundum glücklich war.

Ursus und Nadeschkin treten als "Botschafter der Musik" an und wollen unter dem hintersinnigen Titel "Im Orchester graben" tatsächlich bei der Musik ein bisschen tiefer schürfen und zugleich "den Graben schließen zwischen der klassischen Musik und dem Fußvolk, zwischen denen mit Musikhochschulabschluss und denen mit ohne".

Beethovens 5. Sinfonie in c-Moll ist das Objekt der Begierde, und Nadeschkin weiß: "Das ist Beethoven. Das ist kein Ponyhof. Das ist schwer."

Das Ganze beginnt wie ein ziemlich normales Konzert, die Camerata Schweiz, ein aus dem Schweizer Jugendsinfonie-Orchester hervorgegangenes Ensemble, spielt unter Leitung der Dirigentin Graziella Contratto sehr konzentriert und sehr akzentuiert Beethovens Fünfte, zumindest den ersten Satz davon.

Danach wird alles anders, die Komiker mischen sich ein, bringen alles und jeden aus dem Rhythmus, man spielt Beethoven rückwärts und in C-Dur, gesprochen und lautlos, macht einen Mambo daraus und schräge Avantgarde, vertauscht die Notenblätter, mischt das Forellenquintett und Rachmaninow-Sentimentalitäten hinein und findet sich schließlich bei Abbas "Money, Money" wieder.

Was in jedem Moment wie improvisiert wirkt, ist ein großartig durchinszeniertes Musiktheater: eine unwiderstehliche Mischung von Klassik, Komik und Clownerie.

Text: Ulrich Bumann
Foto: Geri Born

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